Lernen im digitalen Zeitalter

Die Geschichte von Shukla Bose zeigt, dass Menschen, die eine Chance bekommen, sich zu entfalten, Unglaubliches leisten. Angetrieben von der inneren Neugier und der Begeisterung für ein Thema, lernen Menschen ohne dass man sie “motivieren” muss. Es ist nichts weiter zu tun, als die richtigen Rahmenbedingungen und Zugänge zu schaffen sowie eine wohlwollende und unterstützende Umgebung bereit zu stellen. Denn Lernen ist ein evolutionärer Wettbewerbsvorteil und ist dem Menschen ureigen.

Was bedeutet das für das Lernen im beruflichen Umfeld? Es gab noch nie so gute Möglichkeiten, das Lernen und die Vernetzung mit anderen so einfach und selbstbestimmt zu ermöglichen. Neben dem formalen Lernen, welches gerade 20% ausmacht, können für die übrigen 80% des Lernens (Gruppenlernen, Communities of Practice, zufälliges Lernen etc.) die entsprechenden Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das braucht ohne Zweifel auch einen Kulturwechsel im Unternehmen, denn es setzt Vertrauen voraus. Umgekehrt fordert es auch eine Identifikation mit dem Unternehmen und dem größeren Ziel.

Für die 20% formales Lernen, bisher in sehr engem Korsett mit explizitem Bildungscontrolling, steht zur Debatte, ob es bessere Methoden gibt, die als Antrieb die natürliche Lust am Lernen nutzen, und ob als Messgröße für den Erfolg Anderes dienen kann. Z.B. Erfolg durch Erreichung von Unternehmenszielen oder Produktinnovationen.

Lernen im digitalen Zeitalter wird grundsätzlich anders praktiziert werden, als bisher. Es ist ein Umbruch im Gange, der auf verschiedenen Aspekten aufbaut. Hierzu zählen:

  • Öffnung nach außen durch eine selbstverständliche Vernetzung mit Peers in Communities of Practice; die Rückkehr zur Selbstverantwortung und Eigenmotivation
  • Wertschätzender Umgangsstil als wesentlicher Beitrag zur Freisetzung von Potenzialen (mehr dazu)
  • Engagement für die Mitarbeiter, die Gesellschaft, die Umwelt – ein zentraler Aspekt in Bezug auf die Sinnfrage und Motivation jedes einzelnen Mitarbeiters (mehr dazu)

Der Aktionsraum der Weiterbilder wird sich deshalb zukünftig mehr auf die Rolle des Ermöglichers fokussieren.

Kommentare sind geschlossen.